Männliche Jugendliche: Sexualität und Aufklärung
Young Men: Sexuality and Sex Education
 


Authors: Gabriele Schmied, Christine Reidl

European Centre, 2008

ISBN 978-3-902426-47-5
216 pages
Price: 28.00 Euro. For organisations and persons working within programmes for young men, this price can be reduced to 12 Euro.

In der Adoleszenz formt sich die sexuelle Identität und es finden wichtige Weichenstellungen für Einstellungen und Werte bezüglich Sexualität und Partnerschaft statt. Außerschulische sexualpädagogische Aufklärungsangebote können einen wertvollen Beitrag leisten, um junge Menschen in dieser Lebensphase zu unterstützen.

In den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine gendersensible Sexualpädagogik mit spezifischen Strategien für beide Geschlechter sinnvoll ist. Während weibliche Jugendliche bereits gut durch Informationskampagnen, -materialien und Beratungsangebote angesprochen werden können, sind männliche Jugendliche schwerer zu erreichen. Sie suchen seltener Beratungsstellen auf und sind an schriftlichen Informationsmaterialien weniger interessiert als Mädchen. Diese Studie zeigt auf, von welchen Aufklärungsangeboten vor allem männliche Jugendliche profitieren und wie Sexualpädagogik in der außerschulischen Jugendarbeit optimal auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten werden kann.

Die Studie wurde im Zeitraum 2006/07 durchgeführt. Einen Überblick zur aktuellen sexualpädagogischen Praxis der Jugend- bzw. Burschenarbeit bieten eine Literaturstudie und ExpertInnenbefragungen in den Bundesländern Wien, Steiermark und Tirol. Der Bericht analysiert ferner eine Auswahl an nationalen und internationalen Beispielen „guter Praxis“ zum Thema Sexualaufklärung und Prävention im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.

Die Sichtweise der Burschen wurde durch Interviews mit heterosexuellen Jugendlichen (49 Interviews) verschiedenen Alters und mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen erhoben. Etwa die Hälfte der Befragten hat einen Migrationshintergrund. Ergänzend wurden drei Fokusgruppen mit insgesamt 19 Mädchen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, welche Einstellungen zu Geschlechterrollen, Sexualität und Partnerschaft die jungen Menschen haben, welche Informationsquellen sie nutzen und wie sie diese bewerten. Soziale bzw. Bildungsschichten und kulturelle Prägungen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurden Richtlinien ausgearbeitet, die konkrete Anhaltspunkte für die sexualpädagogische Burschenarbeit liefern. Es werden dabei gesellschaftlich-institutionelle Rahmenbedingungen ebenso thematisiert wie methodisch-konzeptionelle Umsetzungsanforderungen. Um männliche Jugendliche bei der Entwicklung einer verantwortungsvollen und partnerschaftlichen Sexualität zu unterstützen, sie vor sexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollter Vaterschaft zu schützen bzw. sie mit diesbezüglichen außerschulischen Angeboten überhaupt zu erreichen, bedarf es Initiativen auf vielen Ebenen. Die Investition in die Aus- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen JugendarbeiterInnen ist hier ebenso wichtig wie die Entwicklung von Aufklärungsangeboten, die auf Multikulturalität und den Umgang mit daraus resultierenden widersprüchlichen Normen eingehen.



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